Prof. Dr. Hans Hatt, Zellphysiologe und Geruchsforscher an der Universität Bochum, und Prof. Helmut Hass von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ihr Team haben entdeckt, dass bestimmte Düfte der Jasminblüten beim Menschen eine ähnliche Wirkung haben wie Schlaftabletten oder Stimmungsaufheller.
Laut Pressemeldung der Ruhr-Univeristät Bochum haben die beiden Duftstoffe Vertacetal-coeur (VC) und die chemische Variante (PI24513) den gleichen molekularen Wirkmechanismus und sind genauso stark wie die häufig verschriebenen Barbiturate oder das Propofol. Sie beruhigen, lösen Angst und fördern Schlaf.
Die RUB-Forscher haben eine große Screeningstudie durchgeführt, bei der sie mehrere hundert Duftstoffe hinsichtlich ihrer Wirkung auf GABA-Rezeptoren von Mensch und Maus getesteten. Verhaltens-Tests mit Mäusen beseitigten dann letzte Zweifel an den Qualitäten der Düfte als Sedativum. Gespritzt oder inhaliert, entfalteten die Duftstoffe eine beruhigende Wirkung: In einem Plexiglaskäfig, dessen Luft eine hohe Konzentration des Dufts enthielt, stellten die Mäuse jede Aktivität ein und saßen ruhig in der Ecke.
„Man kann sich Anwendungen in der angstlösenden, beruhigenden, erregungs- und aggressionsdämpfenden oder schlafanstoßenden Therapie vorstellen. Die Ergebnisse kann man auch als Nachweis einer wissenschaftliche Grundlage der Aromatherapie sehen," so Prof. Hatt. |