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Wirkung der Aromatherapie durch Wissenschaftler der Uni Bochum nachgewiesen

Was ist dran an der Aromatherapie?

Im Sonderheft des Stern "Gesund leben" Nr. 6/2011, in dem verschiedene alternative Heilmethoden vorgestellt und bewertet wurden, heißt es zur Aromatherapie: "Die Öle beeinflussen die Durchblutung und regen den Geruchssinn an, der mit dem limbischen System verbunden ist. dieser Teil des Hirns steuert die Gefühle. ... Es gibt Hinweise auf positive Effekte bei Schlaflosigkeit und Demenz. Ätherische Öle wirden entspannend und mindern Stress." (S. 18)

Vermutlich nicht umsonst ist die "Aromatherapie" in vielen Kulturen der Welt und das schon seit Jahrtausenden eine der wesentlichen Formen der medizinischen Heilkunde. Sowohl bei den Babyoniern als auch bei den Griechen oder den Alten Ägyptern gab es eine hohe Kultur des Räucherns und der Duftöle.

Gardenia jasminoides auch einfach Jasmin

Bei Ikea seit einigen Jahren der Renner unter den Topfpflanzen mit ihrem intensiven Duft und den vollen Blüten, ist die Gardeia jasminoides wieder in Mode gekommen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gehörte sie ins Knopfloch eines jeden Galan und ins Gewächshaus der Ladies.

Gardenia jasminoides
Gardenia jasminoides

Prof. Dr. Hans Hatt, Zellphysiologe und Geruchsforscher an der Universität Bochum, und Prof. Helmut Hass von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ihr Team haben entdeckt, dass bestimmte Düfte der Jasminblüten beim Menschen eine ähnliche Wirkung haben wie Schlaftabletten oder Stimmungsaufheller.

Laut Pressemeldung der Ruhr-Univeristät Bochum haben die beiden Duftstoffe Vertacetal-coeur (VC) und die chemische Variante (PI24513) den gleichen molekularen Wirkmechanismus und sind genauso stark wie die häufig verschriebenen Barbiturate oder das Propofol. Sie beruhigen, lösen Angst und fördern Schlaf.

Die RUB-Forscher haben eine große Screeningstudie durchgeführt, bei der sie mehrere hundert Duftstoffe hinsichtlich ihrer Wirkung auf GABA-Rezeptoren von Mensch und Maus getesteten. Verhaltens-Tests mit Mäusen beseitigten dann letzte Zweifel an den Qualitäten der Düfte als Sedativum. Gespritzt oder inhaliert, entfalteten die Duftstoffe eine beruhigende Wirkung: In einem Plexiglaskäfig, dessen Luft eine hohe Konzentration des Dufts enthielt, stellten die Mäuse jede Aktivität ein und saßen ruhig in der Ecke.

„Man kann sich Anwendungen in der angstlösenden, beruhigenden, erregungs- und aggressionsdämpfenden oder schlafanstoßenden Therapie vorstellen. Die Ergebnisse kann man auch als Nachweis einer wissenschaftliche Grundlage der Aromatherapie sehen," so Prof. Hatt.